Warum die Intention in der Stimme wichtig ist

3 nützliche Tipps für bessere Audioaufnahmen (4 min)

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Neulich habe ich das erste Mal in meinem Leben ein Stimmtraining absolviert. Warum? Zum einen brauchten wir eine zweite Sprecherstimme für die Videos in unserer App, denn in einem Startup probiert man die Dinge am besten erst einmal selbst aus. So versteht man, worauf es ankommt. Zum anderen lerne ich immer wieder gern etwas Neues. Damit sollte man ja bekanntermaßen nie aufhören und es hält fit – nicht nur im Kopf. Gesagt. Getan. Denn nach ersten Aufnahmen und einer Gewöhnungsphase an die eigene Stimme, fiel nicht nur mir auf, dass meine Stimme ab und an unvorhergesehen zum Ende des Wortes nach hinten abfiel. Wer hört das schon gern. Das musste ich erst einmal für mich akzeptieren.

Bewusst sprechen und bewegen

Einige Wochen zurück hatte ich in einem Gespräch eine Empfehlung zu einer Stimmtrainerin  bekommen. So öffnete ich Xing, suchte nach der Trainerin und schrieb ihr kurzer Hand eine Anfrage. Tools wie LinkedIn und Xing funktionieren dafür einfach super und normalerweise ist eine schnelle Antwort nahezu garantiert. Nach einem kurzen Telefonat hatte ich einen Termin, schwang mich auf mein Rad und trat ein. Wir starteten mit einer Geschichte über meinen Anfahrtsweg, bei dem ich meinen Mund und dessen Bewegung im Spiegel beobachten musste. Begleitend sollte ich mich über die Hände ausdrücken. Das war gar nicht so einfach. Für beides musste ich mich sehr konzentrieren. Denn schon nach drei Sätzen schaute ich erst meine Nase, dann meine Augen an und dann ganz woanders hin. Gleich erhielt ich meinen ersten Tipp: Mund weiter öffnen und Kiefer locker lassen. So war der nächste Schritt eine bewusste Überbetonung der Mund- und Handbewegungen während ich meine Radgeschichte fortführte. Ein ungewohntes Gefühl. Aber Gewohnheiten lassen sich ändern. 

“Es liegt nicht an dir. Es liegt an der Gegend, wo du aufgewachsen bist.”

Darauf folgten Einstimmungsübungen. Beliebt hierfür sind Zungenbrecher wie “Am zehnten Zehnten zehn Uhr zehn zogen zehn zahme Ziegen zehn Zentner Zucker zum Zoo”. Und schon wurde ich mit dem nächsten Schwachpunkt konfrontiert. Den kannte ich allerdings bereits. Meine Stimme fällt nach hinten ab. Neu für mich war, dass dies mit der regionalen Herkunft zu tun hat. So trifft man dieses Sprechverhalten häufig bei Menschen aus dem Norden an. Vielleicht weil wir gern etwas wegnuscheln oder “Stralsund” bei uns eben “Strahlsund” heißt und die Betonung vorn im Wort und nicht auf dem d am Ende liegt. Nur wie ändert oder beeinflusst man dieses Verhalten? Und hier kommt die Intention ins Spiel. Das bewußte nach vorn Bringen der Stimme in den vorderen Teil der Mundhöhle. Dazu kann man sich vorstellen, dass die Stimme nach vorn wie ein Laser ausstrahlt oder dass die Stimme nach vorn gezogen wird und mit ihr der ganze Kopf – aber eben nur in der Vorstellung. Im Asiatischen sagt man dazu: das Yi wird gefolgt vom Qi und dem Li. Was übersetzt soviel heißt wie der Vorstellung oder Intention folgt die Energie und dann die Bewegung. Probiert das ruhig aus. Das Ergebnis ist ein anderes als das reine Versuchen die Stimme beim Sprechen vorn im Mund zu halten. Dann nahmen wir uns Zeit für Kieferlockerungsübungen. Dazu gehört das Sprechen mit einem Korken, das Ausstreichen der Wangenpartie, das Flatternlassen der Lippen sowie bewusstes Kauen und Schmatzen. 

“Kein Kaffee. Kein Tee. Und 3 große Gläser Wasser nach dem Aufstehen.”

Zurück zum Zungenbrecher entstand noch eine weitere Übung für mich – das Landen auf dem N. Wörter wie Ziehen, Heben, Senken oder Sinken sind gute Beispiele um dies zu trainieren. Hierzu versuchte ich mir vorzustellen, bewusst auf dem letzten Buchstaben zu landeN. Hände können dabei gut unterstützen. So ändert sich das gesprochene Wort. Es wird interessanter und lebendiger. 

Der dritte Tipp betraf meine leicht belegte Stimme. Wer kennt das nicht. Besonders im Winter. Aber schon mit einfachen Mitteln lässt sich das positiv beeinflussen. Keine Zitrone. Kein Kaffee vor dem Sprechen. Kein Tee. Ohhjeee. Dafür mindestens drei große Gläser Wasser. Auch das Gurgeln mit Salzwasser hilft. Und wen wundert es? Auch nach dem Sprechen mehr Wasser trinken ist wie ein Trumpf im Ärmel. Ihr werdet das Ergebnis in unseren App-Videos merken. Vielleicht hört ihr es heraus – ein leichtes, schwungvolles K, ein endbetontes, gewichtiges N oder ein vorwärtsgerichtetes R. Probiert es einfach selbst für euch aus.

Für die App unter https://qilabs.world/ registrieren.

Photos by Ilyass SEDDOUG and Azamat Zhanisov on Unsplash

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